DKF DEUTSCHE KUGELLAGERFABRIKEN GMBH

  • 1904  Friedrich Wilhelm Witte gründet die Leipziger Kugellager GmbH in der Naumburger Straße 23 (Leipzig Plagwitz) und beginnt industriell Kugellager zu fertigen. Zunächst umfasst das Portfolio Radial- und Axialrillenkugellager bis zu einem Durchmesser von 150mm. 10 Jahre später erweitert man das Produktportfolio um Nadelrollen und Nadellager, welche in vollrolliger Ausführung erhältlich sind.

  • 1930 – Das Trennkugellager wird entwickelt. Das neuartige Genauigkeitskugellager für Werkzeugmaschinen kann gleichzeitig radiale und axiale Kräfte aufnehmen. Die sich selbst nachstellende Lagervorspannung, die hohe Lebensdauer und der geringe Platzbedarf ließen es nicht nur zum Patent werden, sondern später auch zur DIN-Norm, wie heute noch unter DIN 628 T5 nachzulesen ist.

  • 1932 - Die UKF Universal-Kugellager-Fabrik GmbH wird in Berlin-Charlottenburg von dem Kaufmann Max Staub und dem Ingenieur Paul Brühl gegründet und bietet das neuentwickelte Trennkugellager als Universallager zum Ersatz von 7 verschiedenen Schrägkugellagerarten an.

  • 1934 - vergrößert sich das Leipziger Werk immens, sodass innerhalb von zwei Jahren Bauzeit auf einer Fläche von 35.000m² am Standort Böhlitz-Ehrenberg, einem heutigen Stadtteil Leipzigs, ein zweites Werk errichtet wird. Unter dem Markennamen DKF (Deutsche Kugellagerfabrik) produzieren 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neben Nadel- und Rillenkugellagern auch Quer- und Längslager, Vierpunktlager mit geteiltem Außenring, Flanschlager und im Zuge des II. Weltkrieges auch Sonderlager für Flugzeuge und Panzermotoren.

  • 1939 - Die zunehmende Entwicklung und der Einsatz von Fahrzeugen aller Art, sowie neuen Maschinen führten zur Gründung eines weiteren Werkes innerhalb der DKF-Gruppe - die Norddeutschen Kugellagerfabrik Brandt & Co. KG (NKF) in Berlin, Lichtenberg.

  • 1945 (Ende des Zweiten Weltkriegs) - Alle DKF Werke werden von der Sowjetunion zu Reparationszahlungszwecken beschlagnahmt, wobei in den ersten 2 Jahren alle produzierten Lager ausschließlich in die Sowjetunion geliefert wurden.

  • 1947 - dringend benötigte Wälzlager dürfen wieder für den deutschen Markt zur Verfügung gestellt werden.

 

  • 1956 - Neben dem Werk in Berlin werden auch weitere sieben Volkseigene Betriebe im gesamten Gebiet der ehemaligen DDR unter dem Dach des Kombinats für Wälzlager und Normteile vereinigt. Darunter zählen beispielsweise das Wälzlagerwerk in Leipzig (heute KRW Kugel- und Rollernlagerwerk Leipzig), das Werk in Fraureuth (heute Spindel- und Lagerungstechnik Fraureuth GmbH) und das Wälzlagerkäfigwerk in Mittweida (heute MPT Group GmbH).

  • 1960er Jahre - eine komplett automatische Fließstraße kommt in Berlin erstmalig zum Einsatz.

  • 1980er Jahre - NC-Maschinen kommen in Berlin zum Einsatz. 

  • 1989 – Im Rahmen eines Privatisierungsprozesses wird das Steyr Wälzlagerwerk 1988 an die SKF verkauft. Ehemalige Mitarbeiter gründen ein Jahr später die STC-Steyr in Steyr, Österreich mit dem Fokus auf den Verkauf von mittleren und großen Rollenlagern für den Schwermaschinenbau.

  • 1990 - Mit dem Ende der DDR kommt auch das Ende der Volkseigenen Betriebe . Nach dem Übereinkommen zwischen der Treuhandanstalt und der FAG Kugelfischer Georg Schäfer KGaA (2011 in der Schaeffler-Gruppe aufgegangen) kauft der aus Schweinfurt stammende Wälzlagerkonzern für 27 Mio. DM alle acht Wälzlagerwerke des Kombinats mit insgesamt 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

  • 1992 - Der FAG-Konzern muss die jüngst erworbenen Werke abstoßen.

 

  • 1993 - Nach erfolgtem Insolvenzverfahren der DKFL werden die einzelnen Wälzlagerwerke teilweise weitergeführt.

  • STC-Steyr gründet eine Landesgesellschaft  in Berlin, Deutschland um der stark steigenden Nachfrage und dem damit einhergehenden Betreuungsbedarfes aus der Bundesrepublik Deutschland gerecht zu werden.

  • 2018 – Alle bestehenden Prozesse der beiden STC-Steyr Niederlassungen werden in Berlin, Deutschland vereint und optimiert.

Heute - Die DKF Deutsche Kugellagerfabriken GmbH (DKF-Gruppe) setzt die über 80-jährige Tradition der Herstellung von Kugellagern am Standort in Berlin fort. Heute werden durch die Gruppenmitglieder STC-Steyr und UKF alle Arten und Größen von Wälzlagern entwickelt und produziert.